Am vergangenen Wochenende fand in München auf der olympischen Ruderstrecke von 1972 der 51. Bundeswettbewerb der Jungen und Mädchen statt. Dank ihrer Siege beim diesjährigen Landeswettbewerb in Bochum/Witten Anfang Juni konnten sich dieses Jahr erstmals vier Duisburger Boote für diesen Saisonhöhepunkt im Kinderrudern qualifizieren.

Im Vorfeld des Bundeswettbewerbs wurde die Sommerpause früher beendet und so mussten die vier Sportler Charlotte Scholz, Alexander Scholz, Finja Paulweber und Moritz Thielemann auch in ihren Sommerferien bis zu sieben Mal in der Woche auf das Wasser, um sich auf die Regatta vorzubereiten.

Bereits am Freitag ging es mit dem Bus des Team NRW nach München. Samstag früh stand dann die Langstrecke über 3000 Meter auf dem Programm. Zunächst mussten 1250 Meter gerudert werden, bevor es nach einer schnellen Wende auf die letzten 1750 Meter in Richtung Ziel ging. Das Wetter spielte von Anfang nicht mit und so mussten die Sportler teilweise ihre Strecken bei Starkregen absolvieren.

Den Anfang machte Charlotte im Einer der 13-Jährigen, die souverän in ihr Rennen startete und ihre vorgenommene Schlagzahl konstant durchfuhr. Sie war sehr schnell an der Wende und konnte so wertvolle Sekunden einstreichen. Am Ende dominierte sie all ihre Konkurrentinnen und sicherte sich den Gesamtsieg.

Finja fuhr den leichten Einer der 13-Jährigen und hatte von Anfang an Schwierigkeiten ins Rennen zu kommen. Sie fing zwei „Krebse“, die sie einiges an Zeit kosteten. Nach der Wende kam sie allmählich ins Rennen und kam gut voran. Leider reichte ihre Zeit dennoch nur für einen der hinteren Plätze.

Direkt im Anschluss startete Moritz ebenfalls im Einer der 13-Jährigen, er kam gut am Start weg und schloss schnell auf seine Konkurrenten auf, die mit einem Abstand von 45 Sekunden vor ihm herfuhren. Am Ende reichte es nicht für eine Überholung, aber die war auch gar nicht nötig, da Moritz als Gesamtzweiter die Langstrecke abschloss.

Zum Schluss war Alexander im Einer der 14-Jährigen am Start. Der Vorjahressieger kannte die Strecke schon und ging dementsprechend entspannt ins Rennen. Alex konnte schon nach 500m seinen ersten Konkurrenten überholen und musste an der Wende kurz auf das vorausfahrende Boot warten, welches er direkt nach der Wende mit einem geschickten Manöver überholte. Verdient sicherte er sich den zweiten Platz unter 26 Booten.

Somit machte sich die Duisburger Jugend schon am ersten Tag einen Namen unter der Konkurrenz. Die Duisburger Boote trugen mit dazu bei, dass sich NRW letztlich den Gesamtsieg für die Langstrecke holen konnte.

Die ersten und zweiten Ränge sind verbunden mit einer Einladung der Deutschen Ruderjugend zu einem Lehrgang der Altersklasse 13/14 in der Ruderakademie am Ratzeburg bzw. Grünau, zu welchem die drei jungen Sportler im nächsten Monat fahren dürfen.

Am Samstag Nachmittag musste der Zusatzwettbewerb absolviert werden. In acht verschiedenen allgemein-athletischen Übungen mussten die Sportler ihr Geschick beweisen. Im Gegensatz zum Landeswettbewerb gingen diese Wettbewerbe allerdings nicht in die Gesamtwertung der Sportler ein, sondern dienten nur zum Vergleich unter den Bundesländern. NRW konnte hier überzeugen und belegte den ersten Platz.

Sonntags ging es dann auf die abschließende 1000 Meter lange Rennstrecke der Bundesregatta.

Den Anfang machte Moritz. Durch seine Platzierung in der Langstrecke wurde ihm eine Mittelbahn im A Finale zugewiesen, auf welcher er die Konkurrenz gut im Auge behalten konnte. Von Beginn an lieferte er sich einen Dreikampf mit zwei gegnerischen Booten um die Plätze 2-4. Die Boote schenkten sich keine Bugballlänge und Moritz kam mit knappem Abstand als drittes Boot ins Ziel und sicherte so die erste Bronzemedaille für den Duisburger Ruderverein und die NRW Jugend.

Direkt im Anschluss ging Charlotte ebenfalls im A Finale an den Start. Sie dominierte am Start ihr Feld und hielt anschließend ihre Konkurrenten auf Abstand. Die Angriffsversuche der Kontrahentinnen wehrte sie souverän ab und sicherte sich so den ersten Platz und den Bundessieg als schnellstes Boot Deutschlands in ihrer Altersklasse.

Wenig später startete Finja aufgrund ihrer Platzierung der Langstrecke im C-Finale, sie konnte durchweg gut mit ihrem Feld mithalten, leider zogen ihre Konkurrenten im Zielspurt an ihr vorbei und so musste sie sich mit einem vierten Platz zufriedengeben.

Das letzte Rennen des Tages absolvierte Alex im A-Finale. Bei Starkregen musste Alex sich seiner sehr starken Konkurrenz stellen. Zwar konnte er am Start ein wenig Vorsprung gewinnen, von dem ließ sich die Konkurrenz jedoch nicht verunsichern und fuhr immer wieder bis auf einen halben Luftkasten heran. Erst mit einem starken Spurt bei 600m konnte er sich absetzen und das Feld von da an kontrollieren. Trotz einiger starker Schlusssprints kam keiner seiner Kontrahenten mehr an ihn heran und so sicherte er sich zum zweiten Mal den Bundessieg.

Insgesamt war dies ein sehr erfolgreiches Wochenende für die Mannschaft, um das Trainerteam von Maik Wansart und Robin Feykes, welche sich nach einem anstrengenden Sommer nun auf die entspannte Herbstsaison freuen. Zeit für Trainingspausen bleiben jedoch nicht, da es in genau zwei Wochen schon nach Krefeld zum Elfrathersee zur Traditionellen Herbstregatta geht.